Fahrradfahrende VerkehrsteilnehmerInnen bewegen sich zwischen Blechlawine und
Fußgängerstrom. Es gibt verschiedenste Lösungsansätze,
wie diese Verkehrsgruppen koordiniert werden können, um den öffentliche
Raum für alle Teilnehmenden optimal und reibungsarm nutzbar zu machen.
Uns ist klar, dass der historisch gewachsenen industriellen und politischen
Unterstützung der unökologischen und platzverschwendenden Fortbewegung
per Automobil in Österreich einiges entgegengesetzt werden muss. Klein
anfangen ist die Devise: Think global, act local. Eine andere Welt ist auch
im Bereich großstädtischer Fortbewegung möglich. Viele gesellschaftliche
Gruppen arbeiten hier mit- und gegeneinander, Macht ist unterschiedlichst verteilt,
dennoch bietet Wien einige Ansätze, eine radfreundliche Stadt werden zu
können. Die Umsetzung dieser Vision braucht BürgerInnenbeteiligung.
Durch den in Aussicht gestelleten Sitz in der Wiener
Fachkommission Verkehr würden wir bei allen
verkehrsplanerischen und -politischen Entscheidungen im Wiener Rathaus, die
die RadfahrerInnen dieser Stadt betreffen, auf richtige Entscheidungen im Sinne
nachhaltigen, nichtmotorisierten Verkehrs drängen können. Leider verzögert dies
die Rathausapparatur...
Diese Fachkommission Verkehr zielt laut rathäuslicher >> Eigendefinition "darauf ab, sämtliche Verkehrsplanungsprojekte zu prüfen, um den Grundsätzen der Mobilität aller VerkehrsteilnehmerInnen und der Verkehrssicherheit gerecht zu werden. Fachliche Schwerpunkte sind unter anderem die weitere Anhebung der Verkehrssicherheit, die Förderung des Öffentlichen Verkehrs, der uneingeschränkte Vorrang für die FußgängerInnen und die Optimierung des Radverkehrs.
Die Fachkommission Verkehr setzt sich sowohl aus unterschiedlichen Interessensvertretungen -ARGUS, ARBÖ, ÖAMTC, VCÖ, Verkehrsamt der Bundespolizeidirektion, Kammer für Arbeiter und Angestellte, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Wirtschaftskammer, Wiener Linien, Verkehrsverbund Ost-Region- , als auch aus Vertretern der Stadt Wien - die Stadtbaudirektion und die Magistratsabteilungen 22, 28, 46, 65 und 67 - zusammen."
Da muss auch die IGF dazugehören. Wir stehen natürlich für die Mobilität des unmotorisierten Verkehrs ein!!
Du willst uns dabei unterstützen? Dann werde >> Mitglied oder arbeite auch aktiv mit! Kontakte >> hier.
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Eine zunehmende Vernetzung der zahlreichen kleineren und größeren
lokalen österreichischen Radinitiativen - auch im Sinne der Grundsätze
der European Cyclists
Federation - zu einem übergreifenden Diskussionsforum mit mehr Gewicht
kann diese gemeinsamen Anliegen nur unterstützen, daher betreiben wir den
österreichweiten Launch von radlobby.at
gemeinsam mit anderen gleichgesinnten NGOs, um bundesweiten Themen mehr Gewicht
zu verleihen.
Teil einer Fahrradbewegung sein!
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Als ersten Schritt und Grundlagepapier für jede vernünftige Verkehrspolitik
haben wir im Gründungsjahr 2004 die
"5 Priorities" der European Cyclists' Federation adaptiert und um für uns
wichtige Nuancen ergänzt:
Die 5 Prioritäten für Wiens, Österreichs, Europas RadfahrerInnen
1. Das Fahrrad muss als taugliches alltägliches Verkehrsmittel akzeptiert
werden.
Das Fahrrad stellt ein wichtiges Element der Mobilitätskette dar und verdient
daher vollwertige verkehrspolitische Anerkennung und Förderung als nachhaltigstes
Nahverkehrsmittel auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene: notwendige
Infrastruktur anstatt zögerlicher Verkehrskosmetik.
EU-weit werden 5% aller Wege mit dem Fahrrad bewältigt, 50% mit dem Auto, 1%
mit der Bahn. 30% der motorisiert zurückgelegten Wege sind kürzer als 2 km,
50% kürzer als 5 km*. Ideale Distanzen, um per Fahrrad gefahren zu werden -
auf den dafür nötigen Verkehrsflächen! (*1998, EU)
2. Die Möglichkeiten der Kombination öffentlicher Verkehrsmittel mit
dem Fahrrad müssen erweitert und erleichtert werden, um längere Distanzen zu
ermöglichen.
Aus diesen Maßnahmen resultieren viele Vorteile in Hinsicht auf Verkehrseffizienz,
individuelle Gesundheit und allgemeine urbane Lebensqualität. Der Transportcocktail
vermeidet die Nachteile motorisierten Verkehrs: Ineffizienz, Raumverschwendung,
Umweltschäden, Bewegungsmängel.
Die aktuellen einschränkenden Schritte öffentlichen Verkehrsmanagements unter
der Maxime der Kostenoptimierung sind daher als kontraproduktiv abzulehnen und
schnell zurückzunehmen.
3. Die Sicherheit im Straßenverkehr muss für Radfahrende verbessert werden,
die Verantwortung dafür muss auch Autofahrenden übertragen werden können.
Die Reduktion von Volumen und Geschwindigkeit des Motorverkehrs ist ein wichtiger
Schritt zu mehr objektiver Sicherheit und größerem subjektivem Sicherheitsgefühl,
die Entschärfung von Konfliktsituationen durch umsichtige Planung ebenso. Tempo
30 muss zur Regel werden.
4. Die Vernetzung von Radfahrenden in regionalen Initiativen und zu einer
europäischen Plattform ermöglicht das gemeinsame Formulieren von Positionen
mit Nachdruck.
Alltäglich Radfahrende müssen sich und ihre Anliegen adäquat repräsentieren
können: Informieren, Interagieren, Institutionalisieren. Autofahrerlobbies und
Industrie brauchen ein Gegengewicht.
5. Die Integration der Gesetzgebung muss vorangetrieben und beeinflusst
werden - und zwar von europäischer zur regionalen Ebene und umgekehrt
von den Grassroots in die Institutionen.
Dadurch muss Raum definiert werden für Mobilität und Lebensqualität der BürgerInnen.
Das beinhaltet Verkehrs-, Umwelt,- Gesundheits-, Tourismus- und Steuerpolitik
pro Fahrrad.
Interessensgemeinschaft Fahrrad, Wien, September 2004